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Hallauer Aemli – Schweizer Obstsorte des Jahres 2026

Das Hallauer Aemli ist eine Sorte mit Geschichte – und mit überraschender Aktualität. Fructus kürt diese Spezialität zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2026. Das Hallauer Aemli steht exemplarisch für das Potenzial alter Sauerkirschensorten in einer Zeit neuer Herausforderungen im Obstbau. So kann diese Sorte auch gegen die Kirschessigfliege punkten.

Artikel von:
Jana Daepp
Fructus
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03 / 2026 , S. 6
Die erste Beschreibung des Hallauer Aemli findet sich 1937 im Werk «Kirschensorten der Schweiz» von Fritz Kobel. Er führte es als Synonym des «Aemli», der Landschäftler Weichsel, Klettgauer Perle oder des Ömeli und wies bereits damals darauf hin, dass zahlreiche, kaum unterscheidbare Formen unter diesen Namen kursierten. In genetischen Untersuchungen erwies sich das Hallauer Aemli als die am weitesten verbreitete Akzession in der Schweiz. DIV
Abb. 1: Die Sauerkirsche eignet sich gut für die Verarbeitung. (© Jana Daepp)
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Zur genauen Herkunft liegen uns keine gesicherten Quellen vor. Name und Verbreitung deuten auf die Region Schaffhausen hin; vieles spricht für einen lokal entstandenen Zufallssämling und nicht für eine gezielte Kreuzung. Sauerkirschen wurden in der Schweiz nie im grossen Stil als Erwerbskultur etabliert. Die Nutzung blieb meist lokal und auf Selbstversorgung ausgerichtet. Mit dem Strukturwandel im Obstbau und dem Rückgang traditioneller Nutzgärten verschwanden viele ...