Die Cave La Romaine in Flanthey (VS). (© Aline Savioz)

Joël Briguet – ein Walliser Winzer mit Mut und Mass

Dieser Moment hat alles verändert. Beim letzten Grand Prix du Vin Suisse wurde seine «Cave La Romaine» zum besten Weingut des Jahres gekürt. Der Titel öffnete Türen und förderte Beziehungen, aber das Walliser Urgestein blieb sich und seinen Idealen treu.

Artikel von:
Nicole Basieux
O+W Westschweiz-Korrespondentin
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03 / 2026 , S. 20
Die Fahrt nach Bern zum Grand Prix war von Hoffnung getragen, ja, aber auch von Realismus. «Wir dachten, vielleicht schaffen wir es unter die ersten 15», sagt Joël Briguet rückblickend. Dass er und seine Mitstreiter am Ende als Erstplatzierte im Rampenlicht stehen würden, war für ihn unglaublich.

«Eine Nacht voller Emotionen»

Der Titel «Schweizer Weingut des Jahres 2025» bedeutet nicht nur Ehre, sondern auch unmittelbare Marktwirkung. «Der Titelgewinn hat uns nach zwei Monaten einen bis eineinhalb Monate Zusatzverkauf gebracht», resümiert er. Neue Kundinnen und Kunden bestellten, Restaurants setzten seine Weine prominent auf die Karte. Was sonst über Jahre aufgebaut wird, geschah in wenigen Wochen. Doch wer hinter dem Etikett eine plötzliche Erfolgsgeschichte vermutet, irrt. Der Aufstieg war nicht explosionsartig, sondern linear. Und genau darauf ist der Besitzer der «Cave La Romaine» (Abb. 1), der in seiner Gestalt und Erscheinung wie auch mit seiner tiefen Stimme tatsächlich ein wenig an einen kräftig gebauten Römer ...