Wie schön wäre es doch, wenn der Geschmackssinn ebenso klar und unbestechlich wäre wie das Auge oder das Ohr. Wenn ein Ferrari zügig vorbeifährt, kann praktisch jeder hernach sagen: «Das Auto ist rot, schnell und laut!»
Aber, zugegeben, das ist natürlich Unsinn. Erstens ist nicht jeder Ferrari rot und zweitens auch nicht unbedingt lauter als ein BMW oder ein Lastwagen. Aber dieses Beispiel zeigt: Das mit den Sinnen ist immer so eine Sache und unser Hirn ist nicht nur Gatekeeper aller Eindrücke, sondern auch überaus fantasievoll, wenn es darum geht, diese zu interpretieren. Davon können auch Polizisten ein Liedchen singen, wenn Zeugen über die Farbe des erwähnten Autos in einem kriminaltechnischen Zusammenhang Aussagen machen, obschon es dunkel oder neblig war. Genau dieselbe Problematik liegt vor, wenn es um die olfaktorischen Dimensionen eines Weins geht.
Nasal vor oral
Bekanntlich sind die geruchlichen Komponenten nasal und retronasal weit wichtiger für das Erfassen des Aromenspektrums eines ...
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