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Basler Jungweinverkostung 2026 – Auftakt zur «fünften Jahreszeit»

Im Rahmen der Jungweinverkostung der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und Jura trafen sich Anfang Jahr in Muttenz rund 20 Produzentinnen und Produzenten, um den Weinjahrgang 2025 zu degustieren. Gastgeber war traditionsgemäss das Weingut Jauslin.

Artikel von:
Thierry Wins
Agroscope
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03 / 2026 , S. 30

Den Auftakt der Degustation bildeten sechs Müller-Thurgau oder, wie die traditionsreiche Sorte hier genannt wird, Riesling-Silvaner. Die Weine präsentierten sich teilweise noch trüb und sehr unterschiedlich im Ausdruck: von floral und intensiv duftend über würzig bis hin zu exotisch. Allesamt wirkten sie erfrischend, mit saftiger Säure und gut eingebundener Restsüsse. Ergänzt wurde diese Serie durch einen Bacchus und einen Kerner. Der Bacchus überzeugte mit spannender Aromatik. Erwähnt wurden Noten von Anis sowie frische Birnen. Am Gaumen zeigte er sich frisch und elegant. Der abschliessende Kerner sorgte für Diskussionen: Aufgrund eines Gärhängers erhielt der Einreicher zahlreiche vielversprechende Vorschläge aus der Runde zur Behebung dieses Problems.

Neue Sorten mit Potenzial

Mit den neuen Sorten Cabernet blanc und Sauvignac, beides Züchtungen von Valentin Blattner, ging es in die nächste Runde. Ersterer zeigte sich zunächst zurückhaltend in der Nase, dann kraftvoll und präsent am Gaumen. Die 14.5 Vol. % fügten sich stimmig ins Gesamtbild. Auch die Sauvignac-Weine, deren Verwandtschaft zum Sauvignon deutlich erkennbar war, wurden positiv beurteilt.

Danach stellte der Autor dieses Artikels sieben neu homologierte, pilzwiderstandsfähige INRAC-Sorten von Agroscope vor. Die Resonanz auf die präsentierten Jungweine beziehungsweise Sorten war ausgesprochen positiv. So wurde die Pause intensiv genutzt, um über Marktfähigkeit und Zukunft dieser Neuzüchtungen zu diskutieren.

 


Sieben neue Piwi-Sorten werden von Agroscope präsentiert und regen zum Diskutieren an. (© O+W)

Rotweinserien

Die erste Rotweinserie umfasste zwei Blauburgunder, einen Zweigelt sowie eine Cuvée aus Blauburgunder und Cabernet Dorsa. Die Blauburgunder überzeugten mit tiefer Farbe, beerig-würzigem Charakter und schöner Länge im Abgang. Der Zweigelt zeigte markante Pfeffrigkeit und dunkle Frucht, dazu eine gute Struktur mit leicht trocknendem Finale. Die Cuvée bestach durch blumige, an Rosen erinnernde Duftnoten, untermalt von angenehmer Beerigkeit.

Auch die letzte Serie begeisterte. Hier traf Tradition auf Innovation. Regent, Marechal Foch in einer Assemblage mit Cabernet Jura, dazu Cabertin sowie eine gelungene Mischung aus Blattner-Sorten (beide Jahrgang 2024) bildeten ein würdiges und eindrucksvolles Finale.

Fazit

Tage wie diese sind wertvoll und lehrreich für die beteiligten Winzerinnen und Winzer, zumal nicht nur das Fachliche, sondern auch das Gesellige nicht zu kurz kommt. Am wichtigsten sind solche Anlässe aber auch, um jedwede Betriebsblindheit zu vermeiden. Die aus dieser Gegend stammenden Weine haben sicherlich das Zeug dazu, gute Argumente gegen den kriselnden Weinkonsum zu liefern.

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