«Bäumige» Rebberge

Reben sind wärmeliebende Kulturen. In vermehrt heissen und niederschlagsarmen Sommern leiden Trauben
zunehmend unter zu starker Sonneneinstrahlung. Nachdem aufgrund der Mechanisierung und Produktivität 
Obstbäume geopfert wurden, tauchen sie nun wieder in den Weinbergen auf – im Namen der Klimaresistenz.


Renate Hodel
LID
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 14 / 2022 , S. 6

Die Landwirtschaft muss sich aufgrund der Klimaerwärmung ständig neuen Herausforderungen stellen: Auf extreme Nässe folgt extreme Trockenheit, auf Hitzetage folgen Gewitter und Hagel. Um das Gleichgewicht wiederherzustellen oder zumindest die Verhältnisse etwas auszugleichen, wird intensiv Forschung betrieben und Projekte aufgegleist, die die Landwirtschaft fit für die Zukunft machen sollen (Abb. 1).

 

Abb. 1: Bäume kehren in die Weinberge einiger Westschweizer Weingüter zurück. Im Rahmen des «Agro4esterie»-Projekts hat auch Noémie Graff vom Weingut Domaine du Satyre in Begnins Bäume gepflanzt. (© R. Hodel)

 


Altes Produktionssystem neu gelebt

Sogenannte Agroforstsysteme sollen unserer Landwirtschaft einerseits wieder mehr Biodiversität bringen, unsere Kulturen andererseits aber klimaresistenter machen und den Boden verbessern. Der Begriff «Agroforst» bezeichnet die Kombination von Bäumen oder mehrjährigen, verholzenden Strukturen mit landwirtschaftlichen Unterkulturen auf derselben Fläche. In der Schweiz ist diese Landnutzung nicht neu, sondern prägt wie in Form der Waldweiden im ...