Concours du Praliné à l’Eau-de-Vie 2026: Wenn Gin zur Diva wird

Zum dritten Mal wurde der «Concours du Praliné à l’eau-de-vie» durchgeführt. Die Teilnehmenden wurden aufgefordert, ein Praliné nach allen Regeln des klassischen Confiseur- und Chocolatierhandwerks zu kreieren, das Gin aus einer Schweizer Brennerei enthält – wahlweise mit oder ohne Alkohol.

Artikel von:
Andrea Caretta
O+W
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03 / 2026 , S. 29
Initiiert wurde der Wettbewerb 2022 von Food-Journalist und Sensoriker Patrick Zbinden. Gleich zu Beginn des Jurytags im Richemont Kompetenzzentrum für Bäckerei, Konditorei und Confiserie in Luzern formulierte er deutlich, welche Ansprüche er an die Jury stellt und was er von ihr erwartet: Neutralität, Transparenz und eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Handwerk und künstlicher Intelligenz (KI). Dazu brachte er Confiserie- und Spirituosen-Fachleute sowie Medienschaffende zusammen. Der Aufforderung folgend, macht sich die rund 30-köpfige Jury – inklusive Obst+Wein-Redaktorin – ausgestattet in weisser Confiseur-Arbeitskleidung eifrig an die Arbeit. Das Praliné wird als Ganzes verkostet und anschliessend nicht gespukt. Den Auftakt bildete eine «Nullrunde»: Gemeinsam wurde ein Referenz-Praliné degustiert, um die sensorische Sprache zu kalibrieren. Was bedeutet Dominanz? Wann trägt der Wacholder, wann wird er überlagert? Schnell wurde klar: Gin ist eine Diva. Seine Aromatik aus Kräutern, Wurzeln, Rinden, Gewürzen, Beeren oder Tee ist komplex – doch ohne prägnante Wacholderbasis verliert er seine Identität. ...