Den Hochstammbäumen wird nachgetrauert

Der «Kahlschlag» bei Hochstämmern vor über 50 Jahren wurde in den Sonntagsmedien wieder zum Thema. Obwohl viel getan wird, ist eine lukrative Bewirtschaftung von Hochstämmern weiterhin anspruchsvoll.


Roland Müller
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 01 / 2022 , S. 33

In einem Beitrag in der NZZ am Sonntag vom 26. Dezember 2021 wurden die grossen Rodungsaktionen von Hochstammbäumen der eidgenössischen Alkoholverwaltung im Zeitraum von 1950 bis 1975 thematisiert. Erst ab Anfang der Siebzigerjahre wurden die Hochstammbäume als wertvolles Landschaftselement entdeckt. Doch auch dies bremste weitere Rodungen vorerst nicht. Der sinkende Mostkonsum und somit die geringere Nachfrage nach Mostobst, wie eine oft wirtschaftlich nicht mehr tragbare Mostobstproduktion trugen dazu bei. Dies, obwohl die federführende Alko-holverwaltung beträchtliche Mittel für den Export von Obstsaftkonzentrat einsetzte.  


Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Der Hochstamm als Lieferant von Stein- und Kernobst hat im Tafelbereich nicht nur aus betriebswirtschaftlicher, sondern auch aus qualitativer Sicht einen schweren Stand und hat heute kaum mehr Bedeutung. Eine kostendeckende Tafelobst- und Tafelkirschenproduktion vom Hochstamm, die den Qualitätsansprüchen der Konsumenten genügt, ist kaum mehr möglich. 

Mit der vorgenommenen Liberalisierung der Alkoholsteuern ab dem 1. Januar 1999 hat man vor allem dem Brennobst geschadet, indem ...