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Die Rolle einer Fachzeitschrift in der heutigen Zeit

Was kann und muss eine fachspezifische Branchenzeitschrift leisten, damit sie «bi de Lüt» ankommt? Diese Frage ist so alt wie ihr Bestehen. Selbst Müller-Thurgau und seine Mitstreiter hatten sie schon vor über hundert Jahren gestellt. Ein Versuch der Beantwortung aus heutiger Sicht.

Artikel von:
Markus Matzner
Chefredaktor O+W
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 16+17 / 2025 , S. 8
Auch wenn unsere Zeitschrift das Geburtsjahr 1865 nennt, so richtig lanciert wurde sie tatsächlich erst 1891. Unter der Ägide des ersten Chefredaktors Hermann Müller-Thurgau erhielt sie einen – wie es modern heisst – Relaunch und erschien in der Folge in einer «modernen» Form. Wie hinlänglich bekannt, war es dem aus dem Thurgau stammenden Forscher ein Hauptanliegen, den Wissenstransfer zwischen Labor und Praxis sicherzustellen. Damit war er ein Wegbereiter des heutigen Verständnisses, was die von öffentlicher Hand finanzierte Forschung für die angewandte Umsetzung zu leisten hat. Wie auch der ehemalige Leiter der Sektion Weinbau, Werner Koblet, in seinem Dokfilm-Statement verdeutlicht, war es noch im letzten Drittel des 20. Jh. für das Wädenswiler-Team Alltag, telefonische oder schriftliche Anfragen seitens besorgter Praktiker zu beantworten. Nicht selten rückte man auch aus, um das Malheur in den Feldern physisch zu betrachten und Tipps und Hilfestellung zu geben. Das funktionierte in der Regel ohne Stundenprotokoll und Spesenverrechnung. Es herrschten ...