RotbeinigeBaumwanze_be
in Kirschen

Die Rotbeinige Baumwanze

Die Rotbeinige Baumwanze (Pentatoma rufipes) ist eine weit verbreitete, ­heimische Wanzenart. Die adulten Tiere sind wegen ihrer Grösse (10–15 mm) und Zeichnung sehr auffällig. Im Schweizer Obstbau ist die Wanze keine ­Unbekannte: Immer wieder verursacht sie Schäden an Kern- und ­Steinobst. Derzeit fällt ihre Anwesenheit in einigen Kirschenanlagen in den Kantonen Aargau und Solothurn auf.


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Barbara Egger

Eine mögliche Erklärung für das aktuell verstärkte Auftreten der Rotbeinigen Baumwanze könnten die langanhaltend hohen Temperaturen im Vorjahr sein. Die Bedingungen 2018 waren für die Vermehrung und Entwicklung dieser und verschiedener anderer Wanzenarten von Vorteil.

 


Deformationen an Früchten

Bei Kirschen verursachen Wanzen oft deformierte Früchte mit eingesunkenen Stellen, die durch den Einstich der Mundwerkzeuge der Wanzen entstehen. Ähnliche Symptome können aber auch von anderen Schädlingen stammen oder physiologischen Ursprungs sein. Der in einer Anlage beobachtete verstärkte Fruchtfall ist vermutlich eher auf ungünstige Witterungsbedingungen während und kurz nach der Blüte als auf Einstiche der Rotbeinigen Baumwanze zurückzuführen.

In einer 2010 durchgeführten Agro­scope­­studie an Birnen und Aprikosen hat sich gezeigt, dass Früchte umso stärker deformiert wachsen, je früher die Frucht von den Rotbeinigen Baumwanzen angestochen wird. Die Deformationen sind bei Birnen stärker ausgeprägt als bei Aprikosen. Diese frühen Einstiche werden durch die überwinternden Nymphen verursacht, die im Frühjahr bei steigenden Temperaturen aktiv werden und ...