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Ausstellung von Agroscope-Sorten und Sortenkandidaten 2011 beim 100-Jahr-Jubiläum des Schweizer Obstverbands in Zug.

Die Züchtung von Wädenswiler Apfelsorten

Hermann Müller-Thurgau war nicht nur an der Rebenzüchtung inte­ressiert, sondern begründete auch die Obstzüchtung an der damaligen Forschungsanstalt Wädenswil mit Schwerpunkt Apfelzüchtung. Wie waren die Anfänge und was hat sich daraus entwickelt?

Artikel von:
Markus Kellerhals
Fructus, Wädenswil
Jakob Schierscher
Agroscope, Wädenswil
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 10/11 / 2025 , S. 66
Bereits im zweiten Jahr nach der Gründung der «Deutsch-schweizerischen Versuchsstation und Schule für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädensweil» wurde 1892 mit dem Kreuzen von Apfel- und Birnensorten begonnen. Im 2. Jahresbericht steht dazu: «So ist z. B. bekannt, dass verschiedene Apfelsorten zwar ein süsses und aromatisches Fleisch besitzen, dagegen den Fehler haben, bei der Aufbewahrung im Winter zu leicht das Wasser abzugeben und einzuschrumpfen. Hier würde es sich darum handeln, die Blüten solcher Sorten zu kreuzen mit denen anderer Sorten, welche sich durch eine dickere Hautschicht auszeichnen, und es darf gehofft werden, aus den auf solche Weise erzielten Samen eine Varietät zu erlangen, welche mit gleicher Qualität des Fruchtfleisches eine bessere Haltbarkeit auf dem Lager verbindet.»  

Beginn der Apfel- und Birnenzüchtung in Wädenswil

Auf dem Gelände der neu gegründeten Versuchsstation standen unter anderen grosse Theilers-Birnbäume. Zu dieser Zeit waren Bäume von dieser Sorte aufgrund des schönen Wuchses, der Gesundheit, der Tragbarkeit und besonders ...