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Esca – starker Anstieg an Erkrankungen

Esca oder die «Grapevine Trunk Desease» ist seit der Antike bekannt. Sie ist eine von holzzersetzenden Pilzen herrührende, irreversible Rebkrankheit, die häufig das Absterben der Pflanze zur Folge hat. Seit es auch hierzulande häufiger zu Trockenstress kommt, hat auch der Esca-Befall zugenommen. Gibt es Therapien?

Artikel von:
Markus Matzner
O+W
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 06 / 2024 , S. 18
Nur selten überlegen sich Winzerinnen und Winzer, welch Dramen sich abspielen, während sie durch die Reben streifen und ihre Pflanzen beim Gedeihen beobachten. Denn das, was das Auge bemerkt, ist nur ein kleiner Bruchteil von dem, was wirklich geschieht. Und wenn das Auge doch etwas sieht, ist es häufig schon zu spät. Gerade bei vielen Pilzkrankheiten kämpfen die Pflanzen wochen-, teilweise sogar monatelang im Verborgenen gegen die Eindringlinge, die, so paradox es anmutet, den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Denn nichts anderes tun die holzverarbeitenden Pilze, die auch das Phänomen Esca verantworten. Während sie für unzählige Prozesse in der Natur unerlässlich sind (Abbau von Totholz), zerstören sie in diesem Fall ihren Wirt. Sie zersetzen das Lignin, sodass die Wasserleitbahnen unpassierbar werden. Gemäss Yannick Wagner vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg (AG) gibt es immerhin 150 verschiedene Arten, die der Gruppe der saprophytischen Pilze angehören. Sie produzieren Sporen, die zwischen März und ...