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Handlese oder Vollernter? Erste Erkenntnisse aus Vergleichskelterungen

Der Praxisversuch des Weinbauzentrums Wädenswil vergleicht systematisch die analytischen Unterschiede zwischen Handlese und maschineller Ernte. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse 
für Qualität, Verarbeitung und Wirtschaftlichkeit im modernen Rebbau.

Artikel von:
Salome Schneider 

Weinbauzentrum Wädenswil
Fabio Montalbano

Weinbauzentrum Wädenswil
Lorenz Kern

Weinbauzentrum Wädenswil
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 02 / 2026 , S. 16
In der Schweiz werden Trauben überwiegend von Hand gelesen. Gründe dafür sind unter anderem die Struktur vieler Rebanlagen, die eine maschinelle Ernte nicht zulassen sowie die hohen Investitionskosten für Vollernter. Gleichzeitig sieht sich der Rebbau mit zunehmendem Arbeitskräftemangel und einer sinkenden Ernteeffizienz konfrontiert. Da die Ausgangslage je nach Betrieb stark variiert, hat die Weinbauzentrum Wädenswil AG (WBZW) im Herbst 2025 einen Praxisversuch mit einem Vollernter (Abb. 1) durchgeführt. Ziel war es, mögliche analytische Unterschiede zwischen manuell und maschinell geerntetem Traubengut zu untersuchen.   Abb. 1: Vollernter der Marke Hoffmann im Einsatz auf der Halbinsel Au. (© WBZW)  

Der Versuchsaufbau

Für den Versuch wurden Trauben der Sorten Müller‑Thurgau, Souvignier gris, Kerner und Blauburgunder jeweils in zwei Erntevarianten verarbeitet: Handlese und Vollernter. Von jeder Variante wurde eine Stande geerntet (Abb. 2).   Abb. 2: Von den Varianten «Vollernter» (links) und «Handlese» (rechts) wurde je ...