Der korrekte Baumschnitt wird direkt am Baum geschult. (© R. Müller)

Korrektes Schneiden von Obstbäumen

Mitte Februar fand auf dem Griesbach in Schaffhausen der erste von zwei gut besuchten Obstbaumschnittkursen statt. Dabei steht nach einem Theorieabend der Schnitt an den verschiedenen Formen und Baumtypen von Kern- und Steinobstbäumen im Fokus.

Artikel von:
Roland Müller
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 04 / 2024 , S. 25

Auf dem grossen Landwirtschaftsbetrieb der Familie Brütsch auf dem Griesbach über der Stadt Schaffhausen stehen Dutzende verschiedene Hochstammbaumtypen, die regelmässig geschnitten werden müssen. «Wir können diese Bäume für unseren jeweils ausgeschriebenen Gartenobstbaukurs ideal nutzen. In diesem Jahr müssen wir diesen erstmals infolge der grossen Nachfrage doppelt führen», erklärte Sarah Bänziger vom Regionalen Naturpark Schaffhausen. Denn dieser grundsätzlich zweiteilige Kurs mit einem Theorieabend am Vortag und praktischen Schnittkurs ist Teil des Naturpark- Projekts zur Förderung von Obstgärten. «Wir sind am Vorabend mit dem Theorieabend gestartet, in dem die verschiedenen Systeme für die umfassende Pflege mit Schwerpunkt Schnitt mit dem Hochstamm-, Spindel- oder auch Spalierbaum thematisiert worden sind», erklärte der versierte Kursleiter Hanspeter Berger. Der am Strickhof pensionierte Obstbau-Fachlehrer versteht es ausgezeichnet, die entsprechenden Botschaften und Grundsätze rund um die Pflege und insbesondere den durchaus auch anspruchsvollen Schnitt zu vermitteln. Aufgrund der Stammhöhen erfolgt die Unterteilung in die verschiedenen Baumtypen. Ist der Stamm 1.80 m und länger, so gilt er als Hochstamm, darunter als Halbstamm.

Für die Kurse haben sich 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Dabei handelt es sich vorwiegend um Nichtlandwirte, die diesen zweiteiligen Pflegekurs nutzen, um sich das notwendige Fachwissen anzueignen.

Förderung zeigt Wirkung

Für dieses umfassende Förderungsprojekt setzt der Regionale Naturpark neben Finanzen auch Beratung ein. «Wir bieten jeweils die Bestellmöglichkeit für Hochstammbäume an, die wir mit einem beachtlichen Rabatt weitergeben. Zudem profitieren Pflanzer aus den Naturparkgemeinden von einem Beitrag von zusätzlich 50 Franken», sagte Bänziger. Hochstammbäume sind ein wertvolles und bereicherndes Element in der offenen Kulturlandschaft. Wirtschaftliche Gründe und der Wertverlust der Früchte liessen den Hochstamm in den letzten siebzig Jahren jedoch langsam verschwinden. Als Gegenmassnahme wird in der Region Schaffhausen die Förderung von seltenen Obstgartenvogelarten sowie der Erhalt der Sortenvielfalt als Genbank in den Vordergrund gestellt und Wissen weitergegeben. «Wir stellen fest, dass die Zahl der Hochstämme eher wieder zunimmt», stellte Bernhard Egli fest, der für den Naturpark die entsprechenden Beratungen durchführt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert