Mostobst: Ramseier verarbeitet 28 000 t weniger

Die Grossmostereien der Ramseier Suisse AG haben die Verarbeitung des diesjährigen Mostobsts abgeschlossen. Das Erntevolumen liegt unter dem Mehrjahresschnitt, die Qualität des Obsts ist gut. 


Jonas Ingold
LID
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 17 / 2021 , S. 18

Gesamtschweizerisch seien insgesamt 46 505 t Mostobst in die gewerblichen Mostereien geliefert und verarbeitet worden, heisst es in einer Mitteilung der Ramseier Suisse AG (42 250 t Mostäpfel und 3800 t Mostbirnen). Die Erntemenge entspricht lediglich 49.5 % einer durchschnittlichen Mostobsternte der letzten zehn Jahre.

«Mit 3800 t Mostbirnen wurde in diesem Jahr die kleinste Mostbirnenernte seit 1993 in den meldepflichtigenen Mostereien verarbeitet», teilte der Schweizer Obstverband (SOV) im November mit. Die Ernte 2021 liegt damit rund 77 % unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 11 435 t. Die Qualität des Obsts wird als gut eingeschätzt. Das Erntevolumen ist allerdings tiefer als der Mehrjahresschnitt, was auf die ungewöhnlich starken Unwetter im Sommer und die Frostnächte im Frühling zurückzuführen sei. In den Mostereien der Ramseier Suisse AG sind dieses Jahr 20 000 t Mostäpfel und 1800 t Mostbirnen aus dem Inland verarbeitet worden.

Lager immer noch gut gefüllt

Die Ramseier Suisse AG habe in den Vorjahren mehr Mostobst verarbeitet als im Markt abgesetzt worden sei und verfüge daher über Lagerreserven, auf die nun zurückgegriffen werden könne. Da im vergangenen Jahr die Ernte so üppig ausfiel, sind die Tanks trotz Export von Konzentraten immer noch sehr gut gefüllt. Das wirkt sich erneut auf die Produzenten aus. Die Richtpreise für Mostobst liegen auf der Höhe des Vorjahrs. Für gewöhnliche Mostäpfel wird dieser bei Fr. 26.– pro 100 kg und für spezielle Mostäpfel bei Fr. 33.– festgelegt. 

Grundrückbehalt

Trotz der tiefen Erntemengen gibt es für die Bauern Rückbehalte. Das Produktezentrum Mostobst hat für Suisse Garantie Mostobst einen Rückbehalt von drei Franken pro hundert Kilo beschlossen. Für Bio-Mostäpfel wurde erstmals ein Rückbehalt von zwei Franken pro hundert Kilo festgelegt. Die diesjährigen Rückbehalte werden von der Branche auf die hohen Lagerbestände zurückgeführt. «Trotz umfangreicher Marktentlastungsmassnahmen im Jahr 2021 verfügten die Mostereien vor der Ernte über Lagerbestände, die den Bedarf von mehr als einem Jahr abdecken», schreibt auch der SOV. Die tiefe Ernte 2021 wird nun zu einer weiteren Entlastung führen, sodass im kommenden Jahr die Rückbehalte wegfallen könnten.

Titelbild

Wegen des miesen Wetters fiel die Ernte in diesem Jahr deutlich tiefer aus. (© LID) 


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