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Wurde zum Symbol der Integrierten Produktion: Der Marienkäfer.

Schweizer Forschung und integrierter Pflanzenschutz

Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die schweizerischen Forschungs- bzw. Versuchsanstalten (heute Agroscope) spielten schon früh eine tragende Rolle bei der Entwicklung und Einführung des integrierten Pflanzenschutzes im Obstbau. Mit praxisorientierter Forschung, internationalem Wissensaustausch und Zusammenarbeit mit Beratung, Produktion, Handel und Industrie förderten sie eine richtungsweisende Entwicklung der Landwirtschaft.

Artikel von:
Andreas Naef
Agroscope, Wädenswil
Benno Graf
Heinrich Höhn
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 10/11 / 2025 , S. 72
Der integrierte Pflanzenschutz ist Teil des Konzepts der integrierten Produktion und heute in der Schweiz gesetzlich verankert als Voraussetzung für den ökologischen Leistungsnachweis zum Erhalt von Direktzahlungen. Mit dem Begriff «integriert» wird das Zusammenwirken verschiedener, aufeinander abgestimmter Massnahmen für eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Produktion zum Ausdruck gebracht. Bereits Müller-Thurgau wies um 1900 darauf hin, dass sich der Pflanzenschutz auf eine gründliche Kenntnis der Schaderreger und der befallenen Pflanzen abstützen muss (Abb. 1).     Abb. 1: Abschnitt aus dem Tätigkeitsbericht 1898/1899 der «Deutsch-Schweizerischen Versuchsstation und Schule für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädensweil».   Nach dem zweiten Weltkrieg stand allerdings die Steigerung der Erträge und der Qualität im Vordergrund, ermöglicht durch eine fortschreitende Mechanisierung, verbesserte Sorten, synthetische Dünger und neue, hochwirksame Pflanzenschutzmittel. Der intensive chemische Schutz der Kulturen führte jedoch zu Resistenzbildungen, unkontrollierter Zunahme gewisser Schädlinge und negativen Auswirkungen auf Nützlinge und Nichtzielorganismen. Erste mahnende Stimmen meldeten sich in ...