Schweizer Schaumweine im Aufwind

Experten betonen die grosse Dynamik auf dem Schweizer Schaumweinmarkt. Noch sind viele der einheimischen Sekte wenig bekannt, die Schweizer Produktion eine Nische. Nun sollen die Schweizer Schaumweine bekannter gemacht werden.

Artikel von:
Jonas Ingold
LID
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 01 / 2024 , S. 24

Schweizer Schaumwein ist derzeit ein Nischenprodukt: 558 200 Liter Schweizer Schaumwein wurden 2022 konsumiert. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erfasste den Konsum im vergangenen Jahr zum ersten Mal. Zum Vergleich: Der Gesamtkonsum von Schweizer Wein lag bei 87.7 Mio. Liter. Und auch im Vergleich mit Import-Schaumwein liegt der Schweizer Anteil aktuell noch tief. Insgesamt betrug der Schaumweinkonsum 2022 in der Schweiz über 21 Mio. L (Abb.). Drei Länder dominieren den Import: 61 % der Importe kommen aus Italien, 24 % aus Frankreich und 10 % aus Spanien.

 

Abb.: Der Schaumweinkonsum und die Schweizer Marktanteile. (© LID)

 

«Kultur der Bläschen»

«In der Schweiz haben wir keine ‹Kultur der Bläschen› wie etwa in der berühmten französischen Region Champagne, obwohl wir hervorragende Schaumweinproduzenten haben», sagt Fabienne Bruttin, Direktorin der Organisation Vinea, die unter anderem Veranstaltungen und Wettbewerbe rund um das Thema Wein organisiert. Um die Bekanntheit des Schaumweins der Schweizer Weinregionen zu steigern und deren Vielfalt zu präsentieren, veranstaltete Vinea Ende 2023 drei Weinproben. Paolo Basso, 2013 zum besten Sommelier der Welt gewählt, sieht bei den Schweizer Produzenten eine grosse Dynamik und viel Leidenschaft dafür, exzellente Schaumweine herzustellen. «Aber es muss auch eine Antwort der Kundinnen und Kunden darauf geben.» Denn ohne Käuferinnen und Käufer bringe der beste Schaumwein nichts. «Wir haben das Glück, in der Schweiz qualitativ hochwertige Schaumweine zu haben, mit mehr oder weniger feinen Bläschen, mit unterschiedlichen Aromen in der Nase und am Gaumen», sagt Bruttin. Einige der Schaumweine seien für Cocktails, andere mehr für die Gastronomie geeignet, zudem gebe es Flaschen für jedes Portemonnaie. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass sich Schweizer Produkte einen besseren Marktanteil erkämpfen können. Gerade mit Blick auf den Grand Prix du Vin Suisse könnte eine vermehrte Eingabe von Schaumweinen auch zu mehr Prestige führen.

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