Trendgetränk Gin – Renaissance einer Wacholderspirituose

Gin ist seit mittlerweile zehn Jahren die Spirituose der Stunde. Weder in der Gastronomie noch im Handel sind Zeichen einer Trendumkehr ersichtlich. Wie kam es dazu, dass die jahrhundertealte Spirituose in letzter Zeit ein so fulminantes Comeback feiern konnte? Stefan Penninger, Inhaber der Hausbrennerei Penninger in Waldkirchen (Bayern, D), fasst den Stand der Dinge zusammen.


Autor_Penninger Stefan
Stefan Penninger
Hausbrennerei Penninger, Waldkirchen (D)
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 15/2021 , S. 11

Eine endgültige Antwort auf die Frage, warum Gin so in ist, wird es wohl nicht geben. Es dürfte sich dabei um das Zusammenspiel mehrerer Faktoren handeln. Einerseits handelt es sich bei Gin um eine weltweit bekannte Spirituosenkategorie, die den Verbrauchern gut bekannt ist. Andererseits haben wir die starke Verwurzelung in der Gastronomie und Cocktailkultur. Der Gin-Tonic als absoluter Longdrink-Klassiker sichert dort Umsätze. Die unglaublich hohe Anzahl an kleinen, traditionellen Brennereien und innovativen Start-ups hat um Gin eine richtige «Grassroots»-Bewegung gebildet: Nicht nur wenige grosse Konzerne, sondern eine Masse an kleinen Herstellern sind damit Innovationstreiber. In ländlichen Räumen gibt es sogar Dörfer, in denen drei verschiedene Gins unterschiedlicher Brennereien gebrannt werden.


Gin als jahrhundertealte Sprituose

Die Geschichte des Gins beginnt erstaunlicherweise nicht im alten England, sondern in der damals sehr bedeutsamen Handelsmetropole Augsburg. Eines der ersten Rezepte, das man mit Fug und Recht als Gin bezeichnen darf, veröffentlichte der gebürtige Wiener Arzt ...