Die Kernobst-Haupternte 2026 ist noch in vollem Gange. In dieser hektischen Zeit sollte man sich dennoch die Zeit nehmen, die geernteten Mengen und Qualitäten festzuhalten. Die ausgeprägte Hitze und Trockenheit in diesem Sommer erschwerten teilweise die Ernteprognosen (vgl. aktuellen Artikel «Kernobsternte: Reifewerte richtig bestimmen») Der Reifeverlauf war bei einigen Sorten rasch und uneinheitlich und erforderte entsprechend hohe Aufmerksamkeit.
Bei der Bestimmung des Erntezeitpunkts gilt es, die sortenspezifischen Anforderungen zu beachten. Zucker, Festigkeit und Stärkeabbau können mit Refraktometer, Penetrometer und Kaliumjodidlösung direkt in der Parzelle bestimmt werden. Wichtig ist, jeweils mehrere Früchte aus unterschiedlichen Baumbereichen zu untersuchen.
Dank einiger kühler Nächte sind Ausfärbung und Fruchtgrösse bei den meisten Sorten dennoch zufriedenstellend.
Qualität zählt
Es sollten nur gesunde und qualitativ einwandfreie Früchte eingelagert werden. In diesem Jahr stellen wir wenig überraschend auch häufiger Glasigkeit fest. Betroffene Früchte sollten separat beurteilt werden. Bei stärkerem Auftreten empfiehlt es sich, frühzeitig mit dem Lagerhalter Kontakt aufzunehmen. Leichte Glasigkeit kann während der Lagerung teilweise abgebaut werden; stark betroffene Früchte eignen sich jedoch nur bedingt für eine längere Lagerung.
Bei Sorten mit ungenügender Ausfärbung kann die pneumatische Entlaubung in Betracht gezogen werden. Agroscope-Versuche zeigen, dass die Wirkung stark von Sorte, Zeitpunkt und Witterung abhängt. Besonders bei schwer färbenden Premiumsorten kann sie den Anteil gut ausgefärbter Früchte erhöhen. Entscheidend sind eine sorgfältige Anpassung der Maschineneinstellung an Sorte und Baumform sowie ein Einsatz unter günstigen Bedingungen. Weitere Informationen enthält der Artikel «Pneumatische Entlaubung beim Apfel: Fazit aus drei Versuchsjahren»(O+W 2024/12).
Abschluss der Zwetschgenernte
Bei Erscheinen dieses Arbeitskalenders ist die Zwetschgenernte vielerorts weitgehend abgeschlossen. Nach Abschluss der Ernte ist auf eine konsequente Anlagenhygiene zu achten. Überreife, beschädigte und von Monilia befallene Früchte sowie Fruchtmumien sollten entfernt werden. Auch heruntergefallene Früchte dürfen nicht längere Zeit in der Anlage liegen bleiben.
Wo die Ernte abgeschlossen ist, können notwendige Schnittarbeiten noch bei trockener Witterung durchgeführt werden. Dabei werden vor allem zu starke, steil stehende oder nach innen wachsende Äste entfernt. Der Schnitt bremst das vegetative Wachstum, verbessert die Belichtung im Kroneninnern und fördert damit die Ausbildung gut entwickelter Blütenknospen für das Folgejahr.