Die Kernobsternte 2026 dürfte an den meisten Standorten abgeschlossen sein. Vereinzelt werden noch späte Sorten wie Pink Lady® geerntet. Während der Erntebeginn noch von grosser Hitze und Trockenheit geprägt war, herrschten für die späteren Sorten sehr gute Bedingungen. Günstige Temperaturen förderten die Ausfärbung, und die mehrheitlich trockene Witterung erleichterte die Erntearbeiten. Die Fruchtqualität der mittleren und späten Sorten ist insgesamt sehr gut.
Fleckenminiermotte: Befall festhalten und Bekämpfung planen
Die Fleckenminiermotte trat dieses Jahr vielerorts stark auf (vgl. Artikel in O+W 14/2026). Vermutlich begünstigte die Witterung ihre Entwicklung. Der Blattbefall im Herbst liefert wichtige Hinweise für die Bekämpfungsplanung. Die Richtwerte im Agroscope-Merkblatt beziehen sich auf Kontrollen im September: Bei weniger als drei Minen pro Blatt genügt es, den Befall im nächsten Herbst erneut zu beobachten. Bei drei bis sechs Minen sind Frühjahrskontrollen und allenfalls eine Behandlung angezeigt. Bei mehr als sechs Minen pro Blatt sollte eine Bekämpfung im Folgejahr eingeplant werden. Diese richtet sich gegen die erste Larvengeneration.
Die Überwachung und Bekämpfungsplanung sollten auf den gesamten Betrieb abgestimmt werden. Dabei sind alle befallenen Anlagen einzubeziehen, statt nur einzelne stark betroffene Sortenblöcke zu berücksichtigen. Hinweise zu Biologie, Überwachung und Bekämpfungszeitpunkt bietet das Agroscope-Merkblatt Nr. 245 «Fleckenminiermotte – Leucoptera malifoliella».
Unkrautregulierung nach der Ernte
Ein begrünter Baumstreifen kann über Winter Erosion und Nährstoffverluste vermindern, bietet Mäusen jedoch zusätzliche Deckung. Bei erhöhtem Mäusedruck und besonders in Junganlagen sollte deshalb auf einen möglichst offenen Baumstreifen geachtet werden. Bleibt eine Winterbegrünung bestehen, ist der Bewuchs kurz zu halten und regelmässig auf Mäuseaktivität zu kontrollieren.
Hacken schafft rasch einen offenen Baumstreifen. Nachteilig ist jedoch die im Herbst unerwünschte Stickstoffmobilisierung, die Auswaschungsverluste und einen verzögerten Triebabschluss begünstigen kann. Das Fadengerät hält den Bewuchs kurz, beseitigt ihn aber nicht vollständig.
Für die chemische Unkrautregulierung nach der Kernobsternte kommen im ÖLN Wuchsstoff- und Gräserherbizide gemäss den geltenden Anwendungsvorschriften infrage. Wuchsstoffherbizide sollten bei Tagestemperaturen zwischen 10 und 20 °C und Nachttemperaturen über 5 °C eingesetzt werden. Bei kühler Witterung ist mit einer verzögerten Wirkung zu rechnen.
Literatur
Weitere Ergebnisse und Empfehlungen enthält der Beitrag von Thomas Kuster «Unkrautregulierung nach der Ernte: Welche Strategien überzeugen?» in Obst+Wein 11/2026, Seiten 15–17.