Arbeitskalender: Das Pflanzen von Reben

Basierend auf dem Arbeitskalender in Heft 4, nun die logische Fortsetzung: Die beste Zeit zum Pflanzen von Reben ist im Frühjahr, sobald die Bodentemperatur von etwa 7 bis 
10 °C erreicht wird und der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Dies entspricht in der Regel dem Zeitraum von Anfang April bis Mitte Mai. Leichte Böden erwärmen sich schneller und können daher früher bepflanzt werden. «Topfreben» können bis in den Sommer hinein gepflanzt werden.

Artikel von:
Thierry Wins
Agroscope
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 06 / 2026 , S. 22

Vor dem Einpflanzen ist es wichtig, die Reben für etwa drei Stunden in Wasser zu stellen. Falls sich das Pflanzen verzögert, ist das Wasser regelmässig zu erneuern, damit die Wurzeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt bleiben.

 

Vorbereitungen

Kurz vor dem Pflanzen werden die Reben vorbereitet:

  • Nur so viele Reben herrichten, wie am selben Tag gepflanzt werden können (Abb.1).
  • Edelreiswurzeln auf Handbreite kürzen und Seitenwurzeln entfernen (Einstiegsbild).
  • Fusswurzeln auf etwa eine Handbreite zurückschneiden.
  • Darauf achten, dass die Wurzeln so gekürzt werden, dass sie beim Einpflanzen weder geknickt noch an den Wänden des Pflanzlochs nach oben gedrückt werden.
  • Die vorbereiteten Reben bis zur Pflanzung feucht halten.

 


Abb. 1: Nicht zu viele Pflanzen herrichten. (© Agroscope)

 

Pflanzmethoden

Im Allgemeinen wird zwischen maschineller Pflanzung und Handpflanzung unterschieden. Die maschinelle Variante kommt vor allem in Direktzuganlagen zum Einsatz und hat bei guten Bodenbedingungen den Vorteil einer hohen Flächenleistung bei gleichzeitig niedrigen Kosten. Mit entsprechender Technik lassen sich sogar Terrassen maschinell bepflanzen (Abb. 2). Auf schweren oder nassen Böden ist der Einsatz von Maschinen jedoch eingeschränkt bzw. nicht möglich. Je nach eingesetztem Gerät können pro Stunde etwa 800 bis 4000 Rebstöcke gepflanzt werden.

 


Abb. 2: Auch Terrassen lassen sich maschinell bepflanzen. (© Agroscope)

 

Für die Handpflanzung stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, darunter Hacke, Spaten, Stechgabel, Erdbohrer (auch als Traktor-Anbaugerät), Pflanzeisen, Pflanzschwert und Wasserlanze. Für kleinere Pflanzmengen hat sich besonders die Stechgabel bewährt, da sie im Vergleich zum Spaten weniger Bodenverdichtung verursacht.

 

Durchführung der Pflanzung

Das Pflanzloch sollte ausreichend gross und tief sein, damit sich die Wurzeln gut entfalten können. Die Veredelungsstelle sollte sich etwa eine Handbreit über dem Boden befinden. Bei steinigen Böden empfiehlt es sich, die Wurzeln mit etwas Pflanzerde (keine aufgedüngte) zu bedecken und diese leicht anzudrücken. In humusreichen Böden kann die ausgehobene Erde wiederverwendet werden. 
Wichtig ist, dass kein Dünger, frisches organisches Material oder Torf in das Pflanzloch gegeben wird, da dies zu Schäden führen kann. Bei trockenen Bedingungen sollten die Reben gut angegossen werden, dies gilt auch für die Sommermonate und bei «Topfreben».

Zum Schutz junger Reben sind Wuchshüllen (Abb. 3) empfehlenswert. Sie fördern das Anwachsen im ersten Jahr und schützen nachgepflanzte Reben zusätzlich vor Herbiziden sowie vor mechanischen Schäden, beispielsweise durch Unterstockmulcher.

 


Abb. 3: Wuchshüllen schützen junge Reben. (© Agroscope)

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