Weissfallen in Apfel- und Zwetschgenanlagen sollten regelmässig ausgezählt werden, um nach der Blüte gegen Sägewespen eingreifen zu können.
Sharkakontrolle in jungen Steinobstbeständen
Jetzt ist der beste Zeitpunkt, die Sharkakontrolle in Zwetschgen-, Aprikosen- und Pfirsichanlagen durchzuführen. Speziell bei Beständen im 2. und 3. Laub und besonders bei Baumimporten aus Risikoländern ist eine genaue Kontrolle angezeigt. Blattsymptome sind am besten bei bewölktem Himmel und ohne starken Schattenwurf erkennbar, schwach ausgeprägte Symptome im Gegenlicht. Charakteristisch für Sharkabefall sind chlorotische, gelblich bis bräunliche Ringe, teilweise aber auch weniger eindeutige Flecken oder Bänderungen. Gegen aussen sind die Ringsymptome häufig unscharf abgegrenzt. Bei Verdachtsfällen erhalten Steinobstproduzierende Auskunft und Empfehlungen bei den kantonalen Fachstellen für Obstbau und dem kantonalen Pflanzenschutzdienst.
Kulturführung Apfel und Birne
Wo nach der chemischen Blüten- oder Fruchtausdünnung noch ein Überbehang vorhanden ist, sollte insbesondere bei alternanzanfälligen oder zu kleinfruchtigen Sorten frühzeitig von Hand nachkorrigiert werden. Eine frühe Handausdünnung verbessert die Fruchtgrösse, die Ausfärbung und die innere Qualität und entlastet die Bäume frühzeitig. Gleichzeitig kann damit Alternanz vorgebeugt und eine gleichmässigere Ertragsbildung gefördert werden.
Eine Möglichkeit, den Zielbehang zu bestimmen, ist die Zählmethode. Dafür legt man zunächst den gewünschten Ertrag pro Hektare sowie die angestrebte Fruchtgrösse beziehungsweise das durchschnittliche Fruchtgewicht der Sorte fest. Anschliessend wird über die Pflanzdichte die erforderliche Fruchtanzahl pro Baum berechnet.

Bei Jungbäumen bieten sich jetzt frühe Formierungsmassnahmen an, gerade im Zusammenhang mit einer allfälligen Behangsreduktion. Für eine optimale Baumformierung empfiehlt es sich bei Neupflanzungen, die Früchte rigoros zu entfernen. So fliesst ein Grossteil der Kraft ins vegetative Wachstum, und die Bäume bilden dadurch die strukturelle Grundlage für die Erträge der nächsten Jahre. Insgesamt gelangen die Bäume dadurch schneller in den Vollertrag. Starker Fruchtbehang an Jungbäumen führt hingegen zu einer starken Konkurrenz zwischen generativem (Früchte) und vegetativem Wachstum (Holz) und hemmt die Formierung in dieser entscheidenden Phase empfindlich, was das Erreichen des Vollertrags erheblich verzögern kann. Besonders beim Kernobst empfiehlt sich auch ein frühzeitiges Entfernen der Konkurrenztriebe. Bei Beständen im Ertragsalter mit starkem Kopfwachstum, aber schon bald erreichter Fruchthöhe sollte ab Ende Juni ein Sommerschnitt oder -riss in Betracht gezogen werden.
Zwetschge
Moderne Zwetschgensorten setzen bei guten Bedingungen oft sehr viele Früchte an – für einen optimalen Fruchtbehang mit bestmöglicher Fruchtgrösse und Qualität ist die Ausdünnung entscheidend. Bei Sorten, die aktuell einen überaus hohen Fruchtbehang aufweisen, sollte eine Handausdünnung ins Auge gefasst werden. Falls bereits vorgängig zur Blüte ausgedünnt wurde, gilt es, die Ausdünnwirkung zu beurteilen und gegebenenfalls manuell nachzukorrigieren. Ein zeitiger Beginn der Handausdünnung lohnt sich aus arbeitswirtschaftlicher Sicht, damit die Behangsregulierung in den Zwetschgenanlagen noch vor Beginn der Kirschenernte abgeschlossen werden kann.
Orientierungswerte für den optimalen Behang:
- Kleinfruchtige Sorten: 30–40 Früchte bzw. ca. 1.3 kg Fruchtgewicht pro Meter Fruchtholz.
- Grossfruchtige Sorten: 20–30 Früchte pro Meter Fruchtholz.
Auch die Verteilung ist entscheidend: Lokale Verdichtungen des Fruchtbehangs («Truppeln») sollten ausgelichtet werden – dies fördert ein rascheres Abtrocknen, beugt Krankheiten vor und erleichtert die Ernte. Doppelfrüchte und allfällige Hagelschäden sollten bereits bei der manuellen Ausdünnung möglichst entfernt werden, um Qualitätseinbussen vorzubeugen. Während ziehendes vitales Fruchtholz im Kronenbereich die eine oder andere Frucht mehr versorgen kann, gilt es vor allem bei den unteren und inneren Baumpartien (Bereich der «Schattenfrüchte») konsequent auszudünnen.
Hinweis
Die überarbeiteten Merkblätter von Agroscope zu Nützlingen im Obstbau bieten praxisnahe Empfehlungen zur Förderung natürlicher Gegenspieler. Sie stehen online zur Verfügung unter:
www.obstbau.ch → Publikationen → Pflanzenschutz → Merkblätter