© Dietemann, Agroscope ZBF

Asiatische Hornisse: Ausbreitung in der Schweiz

Nach der ersten Sichtung im Jahr 2017 breitet sich die Asiatische Hornisse hierzulande 2022 deutlich aus. Zum Schutz der einheimischen Insektenfauna und der Honigbienenvölker ist eine rasche Zerstörung möglichst vieler Nester der invasiven Art sehr wichtig.

Artikel von:
apiservice
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 10 / 2023 , S. 29

Eingeschleppte Pflanzen (Neophyten) und Tiere (Neozoen) verbreiten sich überall auf der Welt, so auch in der Schweiz. Zu diesen invasiven Arten (Neobiota) gehört auch die Asiatische Hornissge (Vespa velutina). 2022 wurde sie an 24 Standorten in acht Kantonen (AG, BL, FR, GE, JU, NE, SO und VD) entdeckt, dieses Jahr kam es bereits zu 66 Funden in sieben Kantonen.

Bienenjäger

Asiatische Hornissen jagen zur Ernährung ihrer Larven Insekten, insbesondere Wild- und Honigbienen. Gegen Ende des Sommers, wenn das Nahrungsangebot in der Natur zurückgeht, greifen sie vermehrt Bienenvölker an. Bei hohem Hornissendruck kann ein Bienenvolk daran zugrunde gehen. Bis anhin ist das in der Schweiz noch nicht der Fall gewesen.

«Obwohl die Asiatische Hornisse für Insekten gefährlich ist, verhält sie sich Menschen gegenüber grundsätzlich sanftmütig und nicht aggressiv», weiss Marianne Tschuy vom Bienengesundheitsdienst. «Vespa velutina schützt und verteidigt ihr Nest. Nestzerstörungen sollten daher ausschliesslich von Fachpersonen durchgeführt werden.»

Erkennungsmerkmale

«Die Asiatische Hornisse lässt sich anhand verschiedener Merkmale leicht erkennen», ergänzt Fabian Trüb, Fachspezialist Bienengesundheit. «Sie ist etwas kleiner als die einheimische Spezies. Ihre Hauptfarbe ist schwarz mit dünnen gelben Streifen auf dem Hinterleib und ihre Beinenden sind gelb. Sie baut im Frühling an einer wettergeschützten Stelle, meist 0.5 bis 3 m über dem Boden, ein kleines Primär- und im Sommer ein Sekundärnest. Letzteres wird wesentlich grösser und befindet sich meist in der Krone von hohen Bäumen.»

 

 

Verdacht melden

Um die Ausbreitung von Vespa velutina zu verlangsamen und die Nestdichte möglichst klein zu halten, sind zeitnahe Meldungen aus der Bevölkerung wichtig. Aufgrund von häufigen Verwechslungen mit teilweise geschützten, heimischen Arten macht es wenig Sinn, die beobachteten Insekten zu töten. Zur eindeutigen Identifikation reicht ein Foto oder Video.

Weitere Informationen (konkrete Fundorte 2023 und Merkblätter für Imkerinnen und Imker) können via www.asiatischehornisse.ch gefunden werden.

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