«Fast Track»-Apfelzüchtung

Unter «Fast Track», zu Deutsch Überholspur, versteht man beschleunigte Verfahren, um gewisse Effekte zu erzielen. Dies ist auch für die Forschung interessant. Simone Bühlmann-Schütz von Agroscope erklärt, wie die «Überholspur» in der Apfelzüchtung aussieht und was die Folgen davon sind.


Markus Kellerhals

SZOW: Worum geht es bei der «Fast Track»-Apfelzüchtung von Agroscope?
Simone Bühlmann-Schütz: «Fast Track» bezieht sich auf ein System zur Generationsbeschleunigung in der Einkreuzung von Resistenzen aus Wildäpfeln in der Apfelzüchtung. Durch gezielte Kulturführung im Gewächshaus (kontrollierte Belichtung, Düngergabe, Temperatur und Pflanzenschutz) sowie eine ein- bis zweimalige künstliche Winterruhe in einem Kühlraum pro Jahr werden die unveredelten Sämlinge schnellstmöglich zum Blühen gebracht. Im Schnitt brauchen wir von der Aussaat bis zur Blüte rund zweieinhalb Jahre. Im Feld dauert dieser Prozess vier bis fünf Jahre. 


Somit hat «Fast Track» nichts mit Gentechnik zu tun?
Der Effekt zur Generationsbeschleunigung basiert ausschliesslich auf der gezielten Kulturführung und hat nichts mit Gentechnik zu tun. «Fast Track» wurde in der Apfelzüchtung bei Agroscope im Jahr 2008 im Rahmen der Projekte «Züchtung feuerbrandresistenter Obstsorten» etabliert und in den letzten 12 Jahren ausschliesslich zur Einkreuzung von Feuerbrand-Resistenzgenen der Resistenzspender Malus x robusta 5 (MR5), Malus fusca und ...