Kirschbäume stehen auf dem Versuchsbetrieb Breitenhof zur Pflanzung bereit. (© Moritz Köhle)

Gesunder Start ins Vegetationsjahr

Solange sich die Bäume noch in der Winterruhe befinden, ist der ideale Zeitpunkt für den Baumschnitt. Neben den erzieherischen und wuchstechnischen Zielen des Schnitts sollte besonderes Augenmerk auf das Erkennen und Entfernen von Krankheiten gelegt werden.

Artikel von:
Samuel Cia und Moritz Köhle
Agroscope
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03 / 2026 , S. 30
In den letzten Jahren hat insbesondere der Obstbaumkrebs in vielen Apfelanlagen deutlich zugenommen. In Beständen, in denen bei der Ernte ein erhöhter Anteil an Früchten mit Kelchfäule festgestellt wurde, ist besondere Aufmerksamkeit geboten. In stark befallenen Anlagen sollte der Schnitt konsequent bei trockenem Wetter erfolgen. Befallene Partien sind sorgfältig bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Jungbäume mit Stammbefall lassen sich durch Auskratzen oder Rückschnitt häufig nicht mehr ausreichend sanieren. In solchen Fällen ist es sinnvoll, betroffene Bäume konsequent zu roden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Feuerbrand

Auch Feuerbrand bleibt ein wichtiges Thema. Die Bakterien überwintern in sogenannten Cankern. Hängengebliebene, vertrocknete Blätter sind typische Hinweise auf befallene Triebe, die jetzt gut sichtbar sind. Beim Schneiden ist strikt auf saubere und desinfizierte Werkzeuge zu achten, um keine Erreger zu verschleppen. Bewährt hat sich das Abflammen der Scheren mit einem Bunsenbrenner. Weitere zu entfernende Infektionsquellen sind Fruchtmumien (Monilia), Mehltauknospen sowie mit Birnenschorf befallene Triebe. Das befallene ...