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«Ich mache diesen Beruf nicht für Wettbewerbe»

Ausgerechnet einer, der nicht für Wettbewerbe keltert, wird Schweizer Bio-Winzer des Jahres 2026. Mikaël Magliocco nimmt es mit Freude – aber auch mit einer gewissen Distanz.

Artikel von:
Nicole Basieux
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 14 / 2026 , S. 6
Mikaël Magliocco arbeitet auf seinem Familienbetrieb in dritter Generation in Saint-Pierre-de-Clages (VS). Medaillen interessieren den Walliser weniger als die Frage, was einen Wein unverwechselbar macht. Und Antwort darauf findet er im Boden, in der Traube und im Jahrgang. Und in einer Arbeitsweise, die der Natur möglichst viel von ihrer eigenen Handschrift lässt. «Ich mache diesen Beruf nicht für Wettbewerbe.» Der Satz fällt früh im Gespräch und sagt wohl so einiges über Mikaël Magliocco aus. Dabei hätte er allen Grund, seinen jüngsten Erfolg auszukosten. Sein Betrieb wurde 2026 zum Schweizer Bio-Weingut des Jahres gekürt, sein Humagne Rouge 2024 zusätzlich als bester Biowein des Wettbewerbs ausgezeichnet. «Ich war sehr glücklich und auch überrascht», sagt er. Doch kaum ist die Auszeichnung erwähnt, spricht Magliocco lieber darüber, wie ein Wein entsteht. Er denkt nach, erklärt, wägt ab und kommt von der Flasche schnell zur Rebe, von dort zum Boden und schliesslich zum Klima. Für ihn hängt ...