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Kernobsternte: Reifewerte richtig bestimmen

Kantonale Stellen und Grossabnehmer informieren während der Ernte regelmässig über anvisierte Erntetermine und die Entwicklung der Fruchtreife an verschiedenen Standorten mit Bezug auf die sortenspezifischen Richtwerte für Festigkeit, lösliche Feststoffe, Stärkeabbau und Streif-Index. Doch wie entstehen diese Werte und was sagen sie tatsächlich aus?

Artikel von:
Susanne Grassmann
O+W
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 12 / 2026 , S. 19
Das Agroscope-Merkblatt «Optimales Erntefenster für Obst» enthält die Richtwerte, die Kernobst für die Langzeitlagerung erreichen muss. Die aktuelle Ausgabe 2026 löst die von 2024 ab. Neuauflagen sind vor allem für neue Sorten relevant. Sorten wie Bonita und Natyra tauchen zum Beispiel erst seit 2024 in den Merkblättern auf, obwohl sie schon länger angebaut werden. Severine Gabioud Rebeaud arbeitet seit rund 15 Jahren in der Nachernteforschung bei Agroscope. Sie ist eine der Autorinnen der Merkblätter und erklärt, dass mindestens vier Jahre Erfahrung benötigt werden, um zuverlässige Zahlen publizieren zu können. Um die optimalen Reifewerte zu bestimmen, werden in unterschiedlichen Parzellen und zu drei Zeitpunkten 20 Früchte geerntet. Neben Festigkeit, Stärkeabbau, Trockensubstanz (°Brix) werden auch Säure, Ethylenproduktion und Fruchtfarbe erfasst.   Abb. 1: In der Forschung wird die Fruchtreife mit teurer Technik gemessen. (© S. Gabioud Rebeaud, Agroscope)   Die Früchte werden dann in CA- oder ULO-Lagern eingelagert und ...