Lagerkrankheiten – heute und morgen

Die diesjährige Güttinger-Tagung widmete sich unter anderem dem Thema Lagerkrankheiten. Die Forschung an neuen Methoden zur Schaderkennung und zur Reduktion von Pflanzenschutzmittelbehandlungen läuft auf Hochtouren. Steuern wir infolge der aktuellen Witterungseinflüsse dennoch in eine Misere?


Werner Stuber | Andreas Bühlmann
Tobi Seeobst AG | Agroscope Wädenswil

Die meisten Lagerkrankheiten sind heute gut erforscht und entsprechend beschrieben. Mögliche Bekämpfungsvarianten sind bekannt und etabliert. Trotz zunehmend schwieriger werdender Witterungseinflüsse sind Lagerkrankheiten heute mit den zugelassenen Fungiziden mehr oder weniger erfolgreich zu bekämpfen. Abgesehen von einigen Ausreissern bewegen sich die Ausfälle durch Fäulnis im Kernobst je nach Jahr und Lagerdauer im Bereich von zwei bis fünf Prozent. Die Konzentration auf weniger Sorten bringt eine längere Lagerzeit derselben mit sich, dies nicht immer ohne Probleme. Als Beispiel sei die Birne «Kaiser Alexander» genannt, die bei Lagerungszeiten über Mitte April hinaus teilweise mit massiven Neofabraeabefällen reagiert.

Die Robustheit gegenüber Lagerkrankheiten wird bei Sortenbewertungen in der Regel weniger gewichtet als dies beispielsweise für Schorf der Fall ist. Auch die «Low Residue»- (geringe Rückstände) oder «No Residue»- (keine Rückstände) Programme waren in der Vergangenheit einseitig schorfgetrieben.


Neue Schädlinge infolge Klimaveränderung

Infolge Klimaveränderungen mit extremen Wettereinflüssen und mit zunehmender Globalisierung betreten vermehrt weniger bekannte Schädlinge und ...