Lukas Bertschinger, Stiftungspräsident Müller-Thurgau Stifung, lanciert die Diskussion. (© O+W)

Müller-Thurgau Stiftung: Stakeholder-Anlass im «Vaterland»

Mitte April fand im thurgauischen Weinfelden eine Veranstaltung über «Zukunftsweine» statt. Organisiert wurde der Anlass von der Müller-Thurgau Stiftung, die gleichsam im Kanton des Namensgebers zur Diskussion mit Weinprobe lud.

Artikel von:
O+W
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 07 / 2026 , S. 26
Was sind Zukunftsweine und können sie für die Winzerbetriebe und die Gastronomie eine Zukunftsplattform bieten? Diesen Fragen ging eine gut besuchte Tagung in den Räumlichkeiten der Thurgauer Kantonalbank auf den Grund.
Tagungsleiter und Stiftungspräsident Lukas Bertschinger lancierte die Diskussion mit der These, wonach Genuss und Innovation im Bereich der Lebensmittelproduktion immer wichtiger werden. Dies gelte selbstredend auch im Bereich Wein, in dem Piwi-Weine (ein gängiges Synonym für Zukunftsweine) kontinuierlich an Marktanteil gewännen.

Podiumsdiskussion

In der darauffolgenden Podiumsdiskussion zerschmetterte der Sommelier Fabian Mennel diese These. An seinem Arbeitsort, dem Schäfli in Wigoltingen, werde keine einzige Flasche Piwi-Weine ausgeschenkt, die Kunden kämen für andere, meist internationale Gewächse. Daran würden auch Argumente, wie sie zuvor im Referat von Kathleen Mackie-Haas (Agroscope) erwähnt wurden, nichts ändern. Sie vertrat die Ansicht, dass Umweltfreundlichkeit und Biodiversität auch Verkaufsargumente seien. Podiumsleiter Markus Matzner (Obst+Wein) hinterfragte aber die Haltung des Weinkellners: «Vor einigen Jahren waren vegetarische Menüs auch selten in der ...