Editorial

Perspektivenwechsel

Artikel von:
Andrea Caretta
Redaktorin Obst+Wein
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 07 / 2026 , S. 3

Liebe Leserin, lieber Leser

Zwischen Schlagzeilen über sinkenden Konsum und Diskussionen über neue Trinkgewohnheiten geht manchmal vergessen, worauf es im Schweizer Weinbau derzeit wirklich ankommt: Vertrauen, Herkunft und Qualität. Gerade in einem anspruchsvollen Markt zeigt sich, dass Schweizer Wein seinen Platz behaupten kann. Nicht über die Masse, sondern über seine Persönlichkeit.

Dennoch ist der Wandel in der Branche spürbar. Menschen trinken bewusster, wählen gezielter und interessieren sich stärker für Produkte mit Charakter und Geschichte. Das fordert die Produzentinnen und Produzenten, eröffnet aber gleichzeitig neue Chancen. Denn wer heute überzeugt, tut dies nicht allein mit Tradition, sondern mit Klarheit darüber, wofür Schweizer Wein steht. Wie Sie hier nachlesen können, ist die aktuelle Entwicklung vielleicht weniger eine Frage der Krise als eine Frage der Perspektive.

Auch Fredi Klee wechselte seine Perspektive und sagte sich: «So kann es nicht weitergehen.» Er hatte genug von gefällten und ungeernteten Hochstammbäumen im Appenzellerland. Kurz darauf war seine neue Idee geboren, die zehn Jahre später immer noch erfolgreich ist.

Was die Perspektive des Weinbaukolloquiums vor 50 Jahren war und welche Ziele an der Jubiläumstagung vereinbart wurden, erfahren Sie hier. Ob auch in Bezug auf Hefen neue Perspektiven gelten und worum es bei der Bewässerungssteuerung im Obstbau geht, lesen Sie ebenfalls in unserer aktuellen Ausgabe.

Vielleicht helfen auch wir Ihnen dabei, das eine oder andere aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Entscheiden können ja dann immer noch Sie.

Ihre Andrea Caretta

Redaktorin Obst+Wein

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