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«Schweizer Weinmarkt – Eine Frage der Wertschöpfung»

In den vergangenen Monaten wurde intensiv über die Zukunft der Schweizer Weinproduktion und über eine mögliche Neuregelung der Importkontingentierung diskutiert. Die teilweise emotional geführte Debatte ist dem Image des Schweizer Weins wenig zuträglich, erläutert Martin Wiederkehr, Präsident Branchenverband Deutschschweizer Wein (BDW).

Artikel von:
Martin Wiederkehr
Präsident Branchenverband Deutschschweizer Wein (BDW)
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 12 / 2026 , S. 6
Die OSMV-Marktanalyse 2025 zeigt eine Schweizer Weinwirtschaft unter erheblichem Druck. Sie zeigt aber ebenso deutlich, dass die verbreitete Erklärung, steigende Importmengen seien die Hauptursache der Krise, zu kurz greift. Im erfassten Grosshandel sinkt der gesamte Weinabsatz 2025 um 3.6 Prozent. Schweizer Wein verliert mit –2.9 Prozent weniger als ausländischer Wein mit –3.8 Prozent. Über sämtliche Vertriebskanäle weisen die vom OSMV wiedergegebenen BLW-Zahlen für Schweizer Stillwein sogar +2.3 Prozent, für ausländischen Wein dagegen –6.4 Prozent aus. Auch die Importstatistik bestätigt keinen wachsenden Mengendruck. Das WTO-Zollkontingent von 170 Millionen Litern wurde seit seiner Zusammenlegung 2001 nie vollständig ausgeschöpft. 2025 lagen die Einfuhren innerhalb des Kontingents nur noch bei rund 126 Millionen Litern (74.3 Prozent des Kontingents), dem tiefsten Stand seit 2001. Der Bund hält selbst fest, dass aufgrund des rückläufigen Konsums ausländischer Weine auch die Importe gesunken sind. Der internationale Wettbewerbsdruck bleibt für Schweizer Wein aufgrund höherer Produktions-, Arbeits- und Strukturkosten selbstverständlich erheblich. Aber internationaler Wettbewerb ist nicht dasselbe wie ein ...