© Versuchsstation Haidegg-Steiermark

Warum Kordonerziehung mit Zapfenschnitt?

Am Weinbaukolloquium in Wädenswil wurde unter anderem die Etablierung der Kordonerziehung mit Zapfenschnitt thematisiert. Im Wesentlichen verfolgt dieser Ansatz drei Ziele: Esca reduzieren, Arbeitszeit einsparen und Schäden durch Spätfröste verringern.

Artikel von:
Wolfgang Renner
Versuchsstation Haidegg-Steiermark
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 08 / 2026 , S. 16
Seit dem Vegetationsjahr 2013 werden in der steirischen Versuchsanstalt Haidegg auf zwei Standorten die Systeme Flachbogenerziehung (Guyot) und Zapfenschnitt bei neun verschiedenen Rebsorten, darunter auch drei pilzwiderstandsfähige Rebsorten (Piwi), verglichen. Bei der Kordonerziehung mit Zapfenschnitt geht es darum, einen Kordon und je nach Stockabstand fünf bis sieben Konusse (dauerhafte Zapfenträger) aus altem Holz zu entwickeln. Im Zuge des Rebschnitts wird jeder Konus auf einen Zweiaugen-Zapfen zurückgeschnitten, sodass in Summe 10 bis 14 Augen pro Rebstock übrigbleiben können. Im Winter wird nur ein Vorschnitt auf eine Länge von vier bis sechs Augen durchgeführt, optimalerweise mit dem maschinellen Vorschneider. Durch die Apikaldominanz werden im Frühjahr die Basisaugen des einjährigen Holzes von den bereits an- und ausgetriebenen Augen im oberen Bereich im Austrieb gehemmt. Der Austrieb der Basisaugen kann sich so um ein bis zwei Wochen verzögern und vielleicht das Spätfrostrisiko minimieren. Der exakte Hauptschnitt erfolgt erst nach dem Austrieb beziehungsweise nach der Spätfrostperiode. ...