In der Schweizer Weinbranche brodelt es. Der Bund will die inländische Produktion stärken, indem künftig nicht mehr Tausende Weinhändler von vergünstigten Importtarifen profitieren, sondern ausgewählte Betriebe, die Schweizer Trauben einkaufen und verarbeiten. In der Branche ist das Vorhaben umstritten. Kritiker sehen darin einen indirekten Vorteil für Grosskellereien. Belohnt werde nicht primär, wer Schweizer Wein über Qualität und Absatz stärkt, sondern wer grosse Mengen verarbeitet und aus neuen Importmöglichkeiten Kapital schlagen kann. Auch der Weinhandel gerät damit unter Druck, weil er von grossen Verarbeitern abhängig würde. Wer aber den Handel schwächt, schwächt Absatzkanäle für hochwertigen Schweizer Wein. Ein Knackpunkt. Denn durch regulatorischen Druck wird wohl kaum ein Glas mehr getrunken. Konsum entsteht durch Lust, nicht durch Lenkung. Oder ist das zu einfach gedacht?
Wir haben Philippe Rouvinez gefragt. Der Walliser führt mit seinen Geschwistern das gleichnamige Familienweingut und vinifiziert jährlich um die 800 000 Flaschen. In den vergangenen Wochen wurde er nicht ...
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