Dichter Nebel liegt über dem Luzerner Seetal, teilweise sieht man kaum zwanzig Meter weit. Dank GPS ist der Weg zum Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) in Hohenrain zum Glück kein Problem. Das nüchterne Betongebäude wirkt durch das fahle Licht wie entrückt. Draussen ist es still. Drinnen geniessen angehende Meisterlandwirte eben die Kaffeepause, ein sonores Murmeln hängt über der kühlen Eingangshalle. Auffällig beiläufig wird das Eintreten des Schreibenden registriert, man grüsst ihn. Als aus einem Seitentrakt Nicole Theiler, die Fachperson für Weinbau, mit dynamischem Schritt auftaucht und den Gast begrüsst, zieht sie die Blicke wie ein Magnet auf sich. Später wird sie sagen, dass sie es gewohnt ist, dass man sie beobachtet, was angesichts ihres Werdegangs nicht verwundert. Vor neun Jahren quittierte die heute 45-Jährige ihren Job bei einer Grossbank und verliess zur Überraschung von vielen die vorgesehene Karriereleiter. Sie entschloss sich, eine Winzerlehre zu beginnen. Diese beendete sie mit der ...
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