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«Wir mussten uns bis zum Neubau in Geduld üben»

Wer meint, dass die abgelegenen Täler des Aargauer Juras nichts mit der restlichen Welt zu tun hätten, irrt gleich mehrfach. Niemand anderes als der russische Präsident Putin verzögerte den Bau der Wiler Trotte um zwei Jahre.

Artikel von:
Markus Matzner
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 14 / 2026 , S. 10
Man würde es kaum glauben, aber man benötigt ohne GPS fast pfadfinderische Talente, um im kleinen Dorf Wil im Aargauer Mettauertal die gleichnamige Trotte zu finden. Dabei ist sie gross angeschrieben und weist durchaus respektable Dimensionen auf, steht man mal davor (Einstiegsbild). Aus der Ferne ähnelt sie dem Werkhof einer betuchten Gemeinde, aber in Tat und Wahrheit ist die Wiler Trotte ein multifunktionales Gebäude mit dem Ziel, für die 40 Genossenschaftsmitglieder, die auf rund 6.6 ha Trauben anbauen, die bestmöglichen Weine herzustellen. Verantwortlich für dieses Unterfangen ist Guido Oeschger, der seit 1994 als Kellermeister amtiert und gleichzeitig mit seiner Frau einige Parzellen im Rebberg dieser Juragemeinde bewirtschaftet. Dass sich eine lokale Genossenschaft eine neue und zeitgemässe Kellerei einrichten kann, ist nicht selbstverständlich. Mit einem Lächeln erinnert sich Oeschger: «Auch wir mussten uns bis zum Neubau in Geduld üben. Erst im Herbst 2025 konnten die ersten Trauben verarbeitet werden.»