Arbeitskalender: Obstbau

In diesem Arbeitskalender geht es um Zwetschgenausdünnung, Sommerschnitt und Wasserversorgung.

Artikel von:
Samuel Cia & Moritz Köhle
Agroscope
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 09+10 / 2026 , S. 28

Derzeit besteht die letzte Möglichkeit für die Zwetschgenausdünnung. Liegt der Behang höher als die empfohlenen Richtwerte, sollte jetzt sofort ausgedünnt werden. Hierzu ist die Anzahl Früchte pro Laufmeter Fruchtast zu beachten. Als Richtwert gelten 1.3 kg Früchte pro Laufmeter Fruchtast. Umgerechnet entspricht dies bei eher kleinfruchtigen Sorten etwa 30–40 Früchte pro Meter, bei grossfruchtigen Sorten entsprechend weniger. Die Verteilung innerhalb des Baums ist dabei weniger entscheidend. An der Peripherie und insbesondere im oberen Baumbereich dürfen mehr Früchte hängen, während im Bauminnern konsequent ausgedünnt werden sollte.

 

 


Spätestens jetzt sollte die gewünschte Erntemenge bestimmt werden. (© O+W)

 

Schnittmassnahmen im Juli

Bei jungen Apfelbäumen dient der Sommerschnitt der Formierung. Ungeeignete Langtriebe werden durch Schneiden oder Reissen entfernt, um unerwünschtes Wachstum zu bremsen. Da das Triebwachstum zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht abgeschlossen ist, kann ein früher Schnitt einen Wiederaustrieb fördern. Bei Ertragsanlagen empfiehlt es sich deshalb häufig, mit dem Belichtungsschnitt bis eine bis drei Wochen vor der Ernte zuzuwarten. Je nach Anlage kann der Sommerschnitt auch maschinell durchgeführt werden. In Anlagen mit Feuerbrandbefall ist jedoch Vorsicht geboten, da der Erreger über Schneidwerkzeuge innerhalb der Anlage verbreitet werden kann.

Kirschbäume werden vorzugsweise nach der Ernte geschnitten. Besonders bewährt hat sich der Zapfenschnitt. Alternativ können Triebe während der Vegetation gerissen werden. Beide Methoden vermindern das Eindringen von Wundparasiten wie Pseudomonas-Bakterien und reduzieren das Risiko von Harzfluss. Gleichzeitig wird die Belichtung im Baum verbessert und bei stark wachsenden Bäumen der Wuchs reguliert.

 

Wasserversorgung sicherstellen

Die anhaltend trockene Witterung vielerorts erfordert eine sorgfältige Überwachung der Wasserversorgung. Besonders junge Anlagen sowie stark tragende Obstbäume reagieren empfindlich auf Wassermangel. Trockenstress kann zu vermindertem Fruchtwachstum, kleineren Kalibern sowie einer erhöhten Fruchtfallneigung führen. Wo Bewässerungsmöglichkeiten vorhanden sind, sollte der Boden regelmässig kontrolliert und rechtzeitig bewässert werden. Dabei sind wenige, dafür durchdringende Wassergaben zumeist wirksamer als häufige Kleinmengen. Eine ausreichende Wasserversorgung unterstützt nicht nur die aktuelle Fruchtentwicklung, sondern auch die Bildung der Blütenknospen für das kommende Jahr.

Für die Planung und Steuerung der Bewässerung steht auf Agrometeo ein Bewässerungsrechner für Obstkulturen (vgl. unterstehender Link) zur Verfügung. Dieser basiert auf einer klimatischen Wasserbilanz und unterstützt die Abschätzung des aktuellen Bewässerungsbedarfs.

Link zum Bewässerungsrechner

Hier finden Sie den im Artikel erwähnten Bewässerungsrechner von Agrometeo: www.agrometeo.ch/de/obstbau/bewasserung

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