Sonntage beginnen häufig mit einer Scheibe Zopf, manchmal aber hat man Glück und startet direkt mit einem Bordeaux-Blend. So wie am 30. August 2026, als im Rahmen des Swiss Wine Tastings sechzehn Jahrgänge des Grand’Cour aus der Schatzkammer des Mémoire des Vins Suisses ausgeschenkt wurden, vom jungen 2023er bis zurück zum gereiften 2006er. Die vorwiegend aus Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon bestehende Assemblage gilt als Flaggschiff der Domaine Grand’Cour in Peissy (GE). Dass daraus keine spröde Abfolge von Degustationsnotizen wurde, war dem Podium zu verdanken. Weinpublizist Ulrich Sautter führte durch die Verkostung, übersetzte die Ausführungen des Genfer Winzers Jean-Pierre Pellegrin und schlug immer wieder die Brücke nach Bordeaux. Rebengenetiker José Vouillamoz wiederum ordnete die Familiengeschichte der beteiligten Rebsorten ein.
Rotwein mit rotem Faden
Während zweier Stunden spürte Sautter der gemeinsamen Handschrift der Weine nach, ohne die Unterschiede zwischen den Jahrgängen glattzubügeln. Er sprach von saftigen, dichten Weinen mit bemerkenswerter Balance, deren Herkunft ...
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