Die wahren Gründe für den Rückgang des Weinkonsums

Es ist beileibe nicht so, dass nur die Generation Z weinkritisch ist. Der Konsum folgt gesellschaftlichen Veränderungen und betrifft alle Altersgruppen. Höchste Zeit also, dass man das Feld der Vorurteile und Vermutungen verlässt und es durch Fakten ersetzt. Thomas Schnetzer führt uns aus der Blackbox.

Artikel von:
Thomas Schnetzer
Consultant
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 06 / 2026 , S. 18
Die gute Nachricht für die Weinbranche: Auch die jungen Generationen geniessen den Rebensaft. Aber etwas anders als die älteren Generationen. Die Herausforderung: Die Gesellschaft und damit alle Altersklassen verändern ihre Beziehung zum Wein. Der Konsumrückgang, der an der Existenz zahlreicher Akteure nagt, zeichnete sich bereits vor 40 Jahren ab und beträgt seither –50 % pro Kopf. Und diesen Wandel gilt es zu verstehen und in unsere Denk- und Handlungsweise zu integrieren, um auch in Zukunft einen rentablen Geschäftsgang sicherzustellen. Was steht hinter den Zahlen, die das Bundesamt für Landwirtschaft jeweils im April veröffentlicht (vgl. O+W 06/2026, S. 23), was sagen sie über die Konsumenten und die Veränderung aus, und was lässt sich daraus für die Zukunft ableiten? In unserer Analyse schälten sich vier zentrale Wirkungstreiber des Weinkonsums heraus:
  • wirtschaftliche Situation
  • Esskultur
  • Gesundheitstrend
  • Lebensformen und Wertewandel
 

Wirtschaftliche Situation treibt an und bremst

Der Verlauf des Weinkonsums von 1961 bis 1980 (Abb. 1) gleicht einem Wohlstandsmeter. Entgegen ...