Kirschenanbau: Massnahmen zur Bekämpfung der Kirschessigfliege

Seitdem die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii, KEF) 2011 zum ersten Mal in der Schweiz nachgewiesen wurde, hat sich im Kirschenanbau einiges verändert. In einem gemeinsamen Projekt von Agroscope und der ETH Zürich wurden Produzentinnen und Produzenten von Kirschen und anderen gefährdeten Kulturen über ihren Umgang mit dem invasiven Schädling befragt. Die Umfrage wurde von 2016 bis 2018 jährlich durchgeführt und lieferte Einblicke in die Veränderungen im Kirschenanbau. Ausgehend von den Umfrageergebnissen wird nachfolgend aufgezeigt, welche Massnahmen sich bewährt haben, in welchen Bereichen Verbesserungspotenzial besteht und welche Schwierigkeiten dieser Schädling weiterhin verursacht.


Autor_Kambor Julien
Julien Kambor
Agroscope, Wädenswil

Esther Bravin und Nicola Stäheli, Agroscope, Wädenswil


2015 führte Agroscope mit Unterstützung der kantonalen Fachstellen eine Online-Umfrage bei Steinobstproduzentinnen und -produzenten zur Bewertung der Schäden durch die KEF durch (Bravin et al. 2016). 2016 wiederholte Agroscope die Umfrage bei Kirschenproduzenten, um den Ernteausfall zu bewerten und die Massnahmen der praktischen Anwendung zu beurteilen (Mazzi et al. 2017). Die Umfrage über die von KEF verursachten Schäden wurde im Rahmen des Projekts «Drosophrisk» in den Jahren 2017 und 2018 mit verschiedenen Risikomanagementaspekten erweitert (Knapp und Finger 2020). Die Umfrage 2016 von Agroscope sowie die Umfragen 2017 und 2018 des Projekts Drosophrisk erfassten detaillierte Informationen zu den eingesetzten Vorbeuge- und Bekämpfungsstrategien. Daraus kann abgeleitet werden, welche Massnahmen sich im Kirschenanbau durchgesetzt haben. Da die Erziehungsform der Bäume den Umgang mit der KEF entscheidend beeinflusst, wurden Betriebe mit Niederstammanlagen (inkl. Betriebe mit Niederstamm- und Hochstammanlagen) und Betriebe ausschliesslich mit Hochstammanlagen unterschieden und separat ausgewertet. Falls möglich wurden sortenspezifische ...