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Neue Verfahren zur 
Zwetschgen-Ausdünnung

Von 2018 bis 2022 hat Agroscope bei Zwetschgen Versuche mit verschiedenen 
alternativen Ausdünnmitteln und -methoden durchgeführt. Das Ziel dabei war, die Ausdünnung so spät wie möglich durchzuführen, um allfällige Spätfrostereignisse abwarten zu können.

Artikel von:
Remo Hengartner
Agroscope
Simon Schweizer
Agroscope
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03 / 2023 , S. 18
Die Behangsregulierung ist ein wichtiger Bestandteil der Kulturführung bei starktragenden Zwetschgensorten. Bei übermässigem Behang leidet die innere und äussere Qualität der Früchte, was je nach Sorte neben ungenügender Fruchtgrösse und geringem Zuckergehalt auch schlechte Ausfärbung, unregelmässige Abreife und schlechte Steinlöslichkeit bedeuten kann. Nach starkem Überbehang kann es zu Auszehrung des Baums und damit zu Ertragseinbussen im Folgejahr kommen. Gleichzeitig sollten die Verfahren den Behang möglichst präzise ausdünnen, um den Aufwand für die nachfolgende Handausdünnung zu reduzieren, ohne eine Überdünnung zu riskieren. Aktuell ist zur chemischen Ausdünnung von Zwetschgen nur Kalium-Bicarbonat (Armicarb) zugelassen. Als mechanische Alternative werden Fadengeräte wie der «Darwin» verwendet. Beide Methoden werden vor oder während der Vollblüte angewendet, was im Hinblick auf Frost- und Befruchtungsrisiken ein ungünstiger Zeitpunkt ist. Dem gegenüber steht die Handausdünnung im späten Frühling als sehr sichere, aber auch sehr arbeitsintensive Methode. Je nach Behang und Anbauform fallen bis zu 200 Arbeitsstunden pro Hektare an.

Versuche ...