© Susanne Grassmann

«Viel verkauft viel»

Direktvermarktung funktioniert auch ohne Hofromantik, Geschenkharassen und Hochpreisstrategie. Der Obstbaubetrieb Heinzelmann verkauft in Mollis (GL) in einem einfachen Laden direkt aus der Grosskiste. Das Konzept ist «Menge statt Marge» – und es funktioniert bestens.

Artikel von:
Susanne Grassmann
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 11 / 2026 , S. 21
Es ist Samstag, 8.40 Uhr. Der Hofladen der Familie Heinzelmann in Mollis ist seit zehn Minuten geöffnet. Der Parkplatz ist voll. Das herrliche Alpenpanorama im Hintergrund beachtet niemand. Mit Einkaufskörben und Taschen kommen die Kundinnen und Kunden in den Laden. Kiloweise wandert das Obst in die Kofferräume und auf die Gepäckträger. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Der Laden hat nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet. In dieser kurzen Zeit wurden im Juli etwa eine Tonne Kirschen und an die 1000 zugekaufte Eier verkauft. Dazu Kernobst, Beeren, Nüsse und Kartoffeln, zum Teil von anderen Produzenten zugekauft. Die meisten Kunden fahren zehn oder fünfzehn Minuten hierher, mehrheitlich aus dem Glarnerland und dem unteren Linthgebiet. Einige kommen seit Jahrzehnten jedes Wochenende. Aber warum strömen die Menschen in diesen Hofladen und kaufen ausgerechnet hier riesige Mengen Obst?   Die Ruhe vor dem Sturm bei Obstbau Heinzelmann ...