Entalkoholisierter Wein als Bereicherung des Sortiments und strategische Chance

Entalkoholisierte Weine boomen. Doch gute Qualität entsteht nicht erst bei der Alkoholentfernung. Entscheidend ist bereits die Wahl und Bereitung des Grundweins, denn nur eine hohe Aromafracht und eine ausgewogene Struktur können die späteren Verluste auffangen.

Artikel von:
Achim Rosch, Peter Meurer, Christoph Koenen
Oenologie beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel RLP
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 11 / 2026 , S. 11
Die deutsche Weinindustrie befindet sich im Wandel, der sowohl von äusseren als auch von inneren Entwicklungen getrieben wird. Der Konsum von alkoholhaltigen Weinen geht in Deutschland zurück, und soll laut Marktforschungsergebnissen in den folgenden Jahren weiter zurückgehen. Gleichzeitig wächst das Segment der entalkoholisierten Weine, noch auf niedrigem Level, aber doch sehr schnell. Laut dem Deutschen Weininstitut stieg der Absatz entalkoholisierter Weine im Jahr 2024 um etwa 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um etwa 68 Prozent. Trotz dieses starken Wachstums machen entalkoholisierte Weine noch immer nur etwa 1.5 Prozent des gesamten Weinmarktes in Deutschland aus. Die Branche erwartet, dass das Segment der entalkoholisierten Weine, bzw. Produkte, zukünftig an Bedeutung gewinnt. Ursache sind die sich wandelnden Konsumgewohnheiten: Viele Menschen leben gesundheitsbewusster und reduzieren vor diesem Hintergrund auch ihren Alkoholkonsum. Hierbei wird in der Regel nicht zwischen Wein, Bier und Spirituosen unterschieden. Entalkoholisierte Weine gewinnen daher in der Gruppe Wein an Bedeutung, ...