Zwischen Heimatschutz und Hightech: entalkoholisierte Weine bei Rimuss & Strada

2018 übernahm die Fläscher Weinfamilie Davaz die Firma Rimuss & Strada. Seitdem blieb fast kein Stein auf dem anderen. Nun setzt der traditionell mit Traubenschäumern assoziierte Betrieb voll auf die Karte Zukunft. Mit einer modernen Entalkoholisierungsanlage stehen der einheimische sowie der ausländische Markt im Fokus. Geschäftsführer Micha Davaz zeigt, in welche Richtung es geht.

Artikel von:
Markus Matzner
O+W
Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe 06 / 2026 , S. 12
«Nein, mit der romantischen Weinwelt, wie man sie sonst verkauft, hat dieses Unternehmen wenig zu tun», bringt es der 33-jährige Micha Davaz gleich vorneweg auf den Punkt. Wir stehen im neuen, ebenerdigen Produktionsgebäude der Rimuss & Strada in Hallau (SH), wo fieberhaft gearbeitet wird (Abb. 1). Meterhohe, in bläulichem Licht wie Riesen schimmernde Weintanks mit einem Fassungsvermögen von über zehntausend Litern stehen in Reih und Glied. Arbeiter sind gerade daran, den neuen Cemtec-Vakuumverdampfer zu verkabeln und ihn für den Einsatz parat zu machen (Abb. 2). Ein Gewirr aus verchromten Gestängen, blitzenden Tanks und Armaturen wirkt wie eine Mischung aus Ölraffinerie und Science-Fiction. Das Ziel sei die Inbetriebnahme Ende April, schiebt der junge Geschäftsführer nach. Hier sollen also schon in wenigen Wochen viele tausend Liter Wein bei 26 °C entalkoholisiert werden? Als Laie staunt man, dass hier noch irgendwer den Durchblick hat.   Abb. 1: Die neue ...