Liebe Leserin, lieber Leser
Nachdem Agroscope angekündigt hat, die Deutschschweizer Weinforschung im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Weinbauzentrum Wädenswil auf fragwürdiges Niveau herabzustufen, sind die Kantone gefordert, passende Antworten zu finden. Wer, wenn nicht sie, müssen künftig dafür sorgen, dass der hiesige Weinbau konkurrenzfähig bleibt, dass der Wissenstransfer gelingt und – vor allem – dass überhaupt Forschungsfragen, die für unsere Breiten relevant sind, angegangen werden? Wo der Weg hingehen könnte, zeigt exemplarisch der in Landquart beheimatete Plantahof. Wie Rebbaukommissär Walter Fromm im Interview antönt, soll hier in den nächsten Jahren einiges passieren, um dem Weinbau eine Zukunft geben zu können. Details wollte er noch nicht verraten, aber wie man munkelt, soll der Architekturwettbewerb nächstens anrollen. Natürlich bleiben wir hier am Ball.
Überhaupt tut sich im kleinen Gebiet der Bündner Herrschaft so einiges. Junge Leute haben schon an vielen Orten das Zepter übernommen und pushen den elterlichen Betrieb weiter (vgl. Porträt Heinz Kunz) oder schmieden Pläne, wie man konstruktiv mit der Klimaerwärmung umgehen kann (vgl. Fokus Graubünden). So sind es heutzutage eher frische und junge Kräfte, die Impulse geben und weniger die Grossen, die vor allem mit Absatzproblemen zu kämpfen haben.
Demgegenüber scheint sich der Obstbau in relativ ruhigen Gewässern zu entwickeln. Natürlich liegt das auch an der gelungenen Ernte, aber auch an einer noch funktionierenden Pipeline zwischen Forschung und Praxis. In dieser Ausgabe werden die Ergebnisse eines Exaktlagerversuchs mit der Sorte Rustica erörtert. Innovatives tut sich auch im Bereich Cidre oder Cider. An mehreren Orten wird mit attraktiven Events das Publikum gesucht und gefunden. Unschwer sieht man, dass es auch hier an Impulsgebern nicht mangelt.
Ihr
Markus Matzner
Chefredaktor Obst+Wein